Uns erreichte heute folgender Leserbrief von Eva Schnell:

 Eva Schnell

„Warum es richtig ist, von Kompetenzen zu sprechen

Die Gegner der Gemeinschaftsschule arbeiten polemisch mit dem Begriff der Kompetenz. Sie unterstellen, dass dieser Begriff von wirtschaftlichen Interessenverbänden diktiert wurde mit dem Ziel, die jetzigen Schüler für den Arbeitsmarkt und den Konsum fit zu machen. Wie viele ihrer Behauptungen läuft auch diese ins Leere. Seit 2004 ist der Kompetenzbegriff in den Lehrplänen aller Bundesländer verankert. Kompetenz ersetzt den alten pädagogischen Doppelbegriff der „Fähigkeiten und Fertigkeiten“, die über die „bloße Stoffhuberei“ Bildungsplan 2004, Allgemein bildendes Gymnasium, S. 14) hinausgehen. Als vier unangefochtene Kompetenzen werde hier aufgeführt: personale Kompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Fach- (oder Sach-)kompetenz. Hier erwähne ich nur die Kompetenzen des Fachs Deutsch (hier Gymnasium Klasse 10, ähnlich im Bildungsplan der Realschule), die in der vergifteten Rielasinger Debatte von Bedeutung sein könnten:

  • Anwendung von Techniken und Formen des Argumentierens (Thesen, Argumente, Belege, Beispiele …
  • Sachverhalte und Probleme in größere Zusammenhänge einordnen, eigene Standpunkte klar und folgerichtig entwickeln …
  • Argumetationsstrategien erkennen, darauf reagieren und eigene Argumentation entfalten

Konkret im hiesigen Umfeld heißt das: das kritische Überprüfen von Argumenten, die Kompetenz, Behauptungen oder bloße Meinungen zu erkennen und in ihrer Absicht zu durchschauen. Als nicht hintergehbare Grundlage des Denkens und Handelns gilt der „Wahlspruch der Aufklärung“: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Immanuel Kant) Also: Denke selber, lass dich nicht verführen von klug daherredenden „Vormündern“. Hier und heute: Falle nicht auf Titelträger, auf Ärzte, auf Professoren herein, lerne zu erkennen, ob sie Seelenfängerei betreiben, ob sie ihr eigenes Süppchen kochen, ob sie Machtinteressen hinter Scheinargumenten verstecken, ob sie unfähig oder zu faul sind, Bildungspläne zu lesen und zu verstehen, weil sie, befangen in Vorurteilen, überall ein rot-grünes wirtschaftsinfiziertes Kartell am Werke sehen, weil sie, ohne eigene Erfahrung, wie moderne Schulen heute von innen aussehen und arbeiten, diffamierende Behauptungen in die Welt setzen.“

 

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