Wir haben uns die Mühe gemacht und die beiden Abschlussplädoyers  der Podiumsdiskussion vom 04.11.2014 in Rielasingen-Worblingen auf Papier gebracht.

Die Gemeinschaftsschulgegner machen die Entscheidung über unsere Schule im Ort zum Politikum und hoffen auf einen Regierungswechsel.
Wir als pro Gemeinschaftsschule sehen beste Voraussetzungen für eine Gemeinschaftsschule hier in Rielasingen-Worblingen.
Der Südkurier als Veranstalter gab den Vortritt an die Herren.

Aber lesen Sie selbst:

Plädoyer Gemeinschaftsschulgegner podiumsdiskussion-gemeinschaftsschule

„Eine gute Nachricht ist ja, die Werkrealschule für Rielasingen-Worblingen ist gesichert für die nächsten Jahre. Mindesten für 3 Jahre ist sie gesichert. Wir müssen uns keine Sorgen machen, das wir mit der Entscheidung am kommenden Sonntag die Werkrealschule verlieren werden, wenn wir für ja stimmen und für den Erhalt der Werkrealschule und für die Realschule.

In 2 Jahren knapp sind Wahlen. Es ist viel sinnvoller, wenn wir bis zu dem Zeitpunkt abwarten. Es wird zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich ja eine ganz andere Bildunspolitik geben als es jetzt gibt. Ja das ist jetzt meine Vermutung und bleibt auch meine Hoffnung und ich bitte Sie, dass Sie mir diese Hoffnung auch zugestehen. Und ich glaube aber auch daran und es ist viel vernünftiger wenn man diese Entscheidung sich für den Zeitpunkt offen lässt und sich jetzt nicht schon festlegt auf die Entscheidung einer Gemeinschaftsschule, weil die viel bessere Förderung der Gemeinschaftsschulen die im Augenblick aus politischen Gründen ja von der Landesregierung gemacht wird, höchstwahrscheinlich zu dem Zeitpunkt ausläuft.

Wir haben natürlich, weil die Gemeinschaftsschule in Baden Württemberg noch nicht so lange existiert noch keine eindeutigen Zahlen. Das ist ja jetzt von vielen diskutiert worden aber immer dann wenn es einen Vergleich gegeben hat, wo offene Unterrichtsform oder wo integrierte Systeme mit anderen verglichen worden sind, dann haben diese Systeme immer schlechter abgeschnitten als Systeme wo man differenziert hat und wo es lehrerzentrierten Unterricht gegeben hat. Diese Ergebnisse werden einfach nicht zur Kenntnis genommen und beiseite gewischt. Dennoch sind sie richtig und für mich ein entscheidener Punkt warum ich denke wir sollten keine Gemeinschaftsschule bei uns im Ort haben.“

FAKT ist aber: Die Behauptung der Gemeinschaftsschulgegner „die Werkrealschule ist gesichert“ klingt zunächst beruhigend. Aber derzeit gesichert ist die Werkrealschule, weil sich die Ten-Brink-Schule zu diesem Schuljahr bereits entschieden hat Schulartübergreifend zu arbeiten – die Eltern haben daraufhin zugestimmt. Nur deshalb konnten sich ausreichend Eltern überwinden ihr Kind auf der Werkrealschule anzumelden. Eine Verhinderung wird die Anmeldezahlen wieder sinken lassen.

Plädoyer pro Gemeinschaftsschule podiumsdiskussion-gemeinschaftsschule

„Das Thema Schule eignet sich nicht als politischer Spielball. Deswegen möchte ich es auch gar nicht hier mit Politik in Verbindung bringen und politisch ausschlachten, denn die leidtragenden sind die Kinder. Mein Statement: Wir können nicht mit den Methoden von gestern, die Kinder von heute, auf das Leben und die Zukunft von morgen vorbereiten, es muss sich was ändern.

Wir haben vom Land die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Kommunen vor Ort, die Gemeinschaftsschule einrichten können. Die Gemeinschaftsschule, als eine zukunftsfähige Schulart. Die Schulkonferenz in der Schule, also ein gewähltes Gremium der Vertreter an der Schule, mit Eltern, Lehrkräften und Schülern und der Gemeinderat, als ein gewähltes Gremium, haben hierfür gestimmt die Gemeinschaftsschule einzurichten und aus unserer Sicht bietet der Standort Rielasingen-Worblingen ideale Voraussetzungen. Denn erstens, ist eine Schule aus Werkrealschule und Realschule eigentlich ideal, darüber haben wir gesprochen, die Heterogenität ist vorhanden. Zweitens, der Wunsch ging von den Lehrkräften an der Schule aus. Die Lehrkräfte haben über mehrere Jahre hier an ihrem Konzept gefeilt und gearbeitet und wünschen sich das. Wieso sollte man diesem Wunsch hier nicht gerecht werden ?

Und drittens, hat hier die Gemeinde eine sehr weitsichtige Entscheidung getroffen, in dem Sie ein Bildungsangebot am Ort hier in Rielasingen-Worblingen schaffen möchten, welcher alle Bildungsabschlüsse ermöglicht, und die Kinder auf jeden Bildungsabschluss hinführt, so dass die Kinder nicht mit dem Bus wo anders hinfahren müssen. Und auf dieser Grundlage entscheiden Sie am Sonntag und treffen ihr Kreuz richtig. Auf dieser Grundlage – so dass Sie die bereits getroffene Entscheidung, der Schule und der Gemeinde, aufrecht erhalten können.“

Werbeanzeigen