Der Südkurier hat heute leider folgenden Leserbrief in der gekürzten Variante abgedruckt – wir vervollständigen an dieser Stelle:

Liebe Gemeinderäte, lassen Sie die Schule ihre Arbeit machen!

Gut, dass es Regeln für die Demokratie gibt; sie gelten auch für den seit Monaten in Rielasingen-Worblingen ausgetragenen Schulstreit. Demnach ist das Ergebnis des Bürgerentscheids eindeutig. Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass 25% der Wahlberechtigten für die Aufhebung eines Gemeinderatsbeschlusses zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Rielasingen-Worblingen stimmen müssen, um die Gemeinschaftsschule zu verhindern. Das Quorum ist nicht erreicht worden, daran gibt es nichts zu deuteln. Dass der Gemeinderat nun erneut einen Beschluss fassen muss, ist ebenfalls in der Gemeindeordnung vorgesehen. Da man davon ausgehen können muss, dass der Gemeinderat seinen ersten Beschluss mit dem nötigen Sachverstand getroffen und sich seither am Sachverhalt nichts verändert hat, sollte die Ten-Brink-Schule mit einem positiven Beschluss für die Veränderung im Rücken zu ihrem Kerngeschäft zurückkehren können.

Denn es wird höchste Zeit, dass die Schule wieder unbeeinträchtigt ihre Arbeit machen kann. Tatsache ist, dass sie bessere Lernbedingungen braucht, damit sie die heterogene Schülerschaft besser fördern kann, als es mit den jetzigen Mitteln möglich ist. Tatsache ist auch, dass Heterogenität heute und in Zukunft zu den Grundbedingungen von Schule gehört. Das hat schon seit langem die Lernforschung auf den Plan gerufen (z.B. das ZNL in Ulm, das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen von Prof. M. Spitzer). Schülerzentriertes neben lehrerzentriertem Arbeiten, Individualisierung des Lernens und Binnendifferenzierung sind die wissenschaftlich begründeten und mindestens seit 2004 im Bildungsplan fest verankerten Antworten auf die vorhandenen Lernbedingungen. Es sind diese Erkenntnisse, die maßgeblich für die Entwicklung des Gemeinschaftsschulkonzepts sind. Die GMS ist keine unerprobte Schulform; es gibt sie seit etlichen Jahren in anderen Bundesländern und in vielen Ländern der Welt schon sehr viel länger. Wer vor den Veränderungen in der Gesellschaft die Augen verschließt und die Bildungseinrichtungen nicht den Erfordernissen anpasst, handelt nicht verantwortlich.Zukunft in Rielasingen-Worblingen

Wir appellieren an den Gemeinderat: Lassen Sie nicht zu, dass aus Bedenken, die verständlich und immer vorhanden sind, wenn etwas Neues eingeführt wird, Ängste werden, die verhindern, dass man sich den Herausforderungen stellt, vor denen die Schule heute und in Zukunft steht. Stehen Sie zu den bereits gefassten Mehrheitsbeschlüssen für die Gemeinschaftsschule. Sichern Sie die Zukunft der Ten-Brink-Schule, indem Sie den Antrag zur Umwandlung in eine GMS bestätigen.

Eva und Josef Schnell; Ulrike und Carsten Thole, Rielasingen

Werbeanzeigen