Mit einem feierlichen Festakt würdigte die Landtagsfraktion der Grünen unter Beteiligung erheblicher Polit-Prominenz das fünfjährige Bestehen der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg.

Neben einem Grußwort des Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz, der von seinen höchst positiven Eindrücken bei zahlreichen Schulbesuchen berichtete, brachte Ministerin Susanne Eisenmann die Geburtstagswünsche des Kultusministeriums mit und betonte, dass es am pädagogischen Konzept der Schulart keine Änderungen geben wird.

In seiner Rede lobte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Engagement und die Aufbauarbeit der gut 300 Gemeinschaftsschulen im Land. „Sie sind Pioniere mit ihrer Arbeit – darauf können Sie stolz sein“, rief der MP den Pädagoginnen und Pädagogen zu. Die Basis der durch die Schulen mit Leben gefüllten Chancengerechtigkeit sei schon in der Landesverfassung festgeschrieben. Das Konfliktpotenzial in der Bildungslandschaft erklärte der ehemalige Gymnasial-Lehrer Kretschmann mit den pädagogischen Grundströmungen der „Töpfer“ und „Gärtner“, deren Grundüberzeugungen quasi nicht zusammen zu bringen sind.

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In der abschließenden Diskussion des MP mit zwei SchülerInnen sowie einem Gemeinschaftsschul-Lehrer drehte sich das Gespräch dann um den Alltag und die Lebensrealität an den Schulen. Ergänzt wurde die Sicht der Praktiker von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Sprecherin Dr. Ulrike Felger des Elternnetzwerks im Verein für Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg e.V. Wesentliche Erkenntnis: Gute Schule macht Spaß – und vermittelt jene Qualitäten, die junge Menschen in der digitalisierten, komplexen und sich rasant weiterentwickelnden Welt von morgen brauchen.

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5 Jahre Gemeinschaftsschule ©Jana Akyildiz2017 I http://nezzform.de

Südwest-Metall Geschäftsführer Stefan Küpper stellte hier insbesondere die immer noch zu oft unterschätze Vermittlung von Soft Skills als Basiskompetenz für die Digitale Transformation heraus.

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5 Jahre Gemeinschaftsschule ©Jana Akyildiz2017 I http://nezzform.de

 

„Vorurteile zu Urteilen machen“

Abschließend empfahl der MP allen KritikerInnen der Gemeinschaftsschule „Vorurteile zu Urteilen zu machen“ – und sich beim Vor-Ort-Besuch von der großartigen Arbeit dieser Schulart zu überzeugen. Denn: Die innovativen Ansätze und das zukunftsweisende Konzept der Gemeinschaftsschulen wirke auch als Vorbild für andere Schularten im Land.

 

„Leistungsschau“ von acht Gemeinschaftsschulen

Flankiert wurde die Veranstaltung von einer kleinen „Leistungsschau“ von acht Gemeinschaftsschulen aus dem ganzen Land, die Kernelemente der Gemeinschaftsschul-Pädagogik aufzeigten. Neben dem Gewinner des Deutschen Schulpreises 2016 Waldparkschule (Heidelberg) und der mehrfach prämierten Smart School Ernst-Reuter-Schule (Karlsruhe) waren der Starke-Schulen-Preisträger Gemeinschaftsschule Salem, die Gemeinschaftsschul-Oberstufen Konstanz und Tübingen, die Seewiesenschule (Esslingen) sowie die Hardtschule (Durmersheim) vertreten. Zudem beteiligten sich die Michel-Buck Gemeinschaftsschule Ertingen und die Gemeinschaftsschule Neuenstein, die von Matthias Wagner-Uhl, Vorsitzendem des Vereins für Gemeinschaftsschule geleitet wird.

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